Der Unterschied zur Ironie

Es ist die Ironie des Schicksals, dass der Sarkasmus in seiner Boshaftigkeit oft nach hinten losgeht. Ironie ist ein Stilmittel der Sprache, mit der etwas ausgedrückt werden kann, was sonst leicht unausgesprochen bleibt oder falsch verstanden werden könnte. Deshalb wird das zu sagende auf eine Metaebene gehoben, die mit einem gewissen Pfiff und stückweit Humor ausdrücken kann, was sonst ohne Verletzungen von Konventionen und Regeln schwer möglich ist.

Das kurzfristige Denken

In einer Gesellschaft, in der immer und überall etwas gesagt werden kann, verhallt das Wort oft ungehört. Die Möglichkeiten sich mitzuteilen sind Legion geworden. Doch die Worte sind inhaltslos und “allein es fehlt der Glaube”, dass wirklich etwas gesagt werden soll.

Es ist die Ironie des Schicksals, dass Firmen von ihren Mitarbeitern den Ganzeinsatz der Person in die Produktivität der Firma fordern, aber gleichzeitig, die Ausgleichsspielräume, wo der Mitarbeiter sich regenerieren kann, einfach dicht macht.

Das freie Wort ist im Zeitalter der Social Media eher eine Farce als das wirklich eine Auseinandersetzung erfolgt. Ironie wird nicht mehr als ein spitzes literarisches Stilmittel empfunden, sondern es wird persönlich genommen und impliziert beim Betroffenen, dass er auf Rache sinnt. “Getroffene Hunde bellen”, diese Feststellung ist Land auf Land ab zu machen, dort wo die Persönlichkeitsbildung auf der Strecke geblieben ist. Deshalb ist die Grenze zwischen Ironie und Sarkasmus für viele kaum mehr spürbar. Während die Ironie mit einem Schuss Humor und spitzer Zunge etwas Augen zwinkernd auszudrücken versucht, beißt der Sarkasmus boshaft und absichtlich zu, um zu verletzten.

Ironie wird stets mit einem Augenzwinkern gesehen.

Ironie wird stets mit einem Augenzwinkern gesehen.

Worte können scharf sein wie Rasierklingen

Mit der Omnipräsenz des Menschen überall und jederzeit, ist er auch herausgefordert, zu allem und jedem etwas in Windeseile sagen zu müssen. Dabei wäre das Schweigen manchmal ein beredteres Zeugnis. Worte, vor allem, wenn sie sarkastisch eingekleidet daher kommen, wollen verletzen. Es geht darum, dem Gegner dort weh zu tun, wo er am Empfindlichsten ist.

“Stelle eine Wache vor meinem Mund auf”, so betet im Alten Testament der Psalmist und hat da wohl konkretes Beispiel vor Augen, in der antiken Zeit, in der doch alles in Ordnung zu sein schien? Der Sarkasmus geht eine scharfe Gradwanderung mit dem Zynismus ein. Was sarkastisch gemeint war, kommt leicht zynisch rüber. Ironie dagegen ist ein etwas schwarzer Humor, an den sich die Betroffenen leicht gewöhnen können und eher überrascht sind, wenn auch betreffendem Munde einmal nicht was bissig, ironisches herauskommt.

Der Sprachverfall

Auffällig ist, dass gerade bei praktizierenden Social Media Anhängern das Sprachlevel sehr niederschwellig und dünnhäutig ist. Es ist nur eine harmonisierende “Kuschel-Diskussion” erwünscht, denn ansonsten wird geblockt, gemeldet oder anderweitig aufgestampft.

Die Stilmittel:

  • hintergründige Ironie
  • bissiger und boshafter Sarkasmus
  • menschenverachtender Zynismus

werden als solcher nicht erkannt und damit auch völlig falsch eingeschätzt. Ein Manko der modernen Medienkultur.

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